Alva Elbrecht

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Alva Elbrecht

BA

KD

Fragen, die mich beschäftigen, immer und immer wieder: Darf ich das überhaupt? Ich komme nicht aus diesem Kontext. Ich spreche kein Arabisch. Wer bin ich, eine Ausstellung darüber zu machen? Was ist meine Haltung als Gestalterin? Wie gestalte ich respektvoll? Kann ich einem so großen Thema in so kurzer Zeit gerecht werden? Viel Lesen, viel Sprechen hilft. Mit Leuten aus dem Institut, mit Freund:innen, mit anderen Gestalter:innen. Ich gestalte aus der Perspektive von jemandem, der von außen schaut. Trotzdem will ich, dass Personen, die einen persönlichen oder kulturellen Bezug zum Thema haben, sich gesehen fühlen. Wie übersetze ich all das, was ich gelesen und gelernt habe, in die Gestaltung? Mit Personen über ihren Zugang zu arabischer Kalligrafie zu sprechen hilft mir sehr – Knoten im Kopf lösen sich, das Ergebnis wird klarer. Wenn es gar nicht weitergeht, muss der Laptop weg. Papier hilft mir, meine Gedanken zu ordnen.

Ausstellungskonzept: Khaṭṭ خَطّ – Linie, Schrift, Weg.

Konzeption einer Ausstellung zur Arabischen Kalligrafiekunst aus der Sammlung des Instituts für Arabistik und Islamwissenschaften Münster

Arabische Schrift begegnet vielen Menschen in Münster ohne Arabischkenntnisse oder kulturelle Hintergründe vor allem als etwas Fremdes. Sie ist nicht sonderlich präsent im Münsteraner Alltag. Und wenn, dann wird sie gesehen, aber seltener gelesen. Genau das hat mich an diesem Projekt interessiert: Was passiert, wenn man Kalligrafie nicht lesen, aber trotzdem fühlen kann? Die Ausstellung beschäftigt sich mit arabischer Kalligrafie als Kunstform, ihrer Geschichte, ihren Regeln und dem, was sie visuell so besonders macht. Arabische Schrift hat eine eigene innere Logik, die sich von westlichen Schriftsystemen grundlegend unterscheidet und die es wert ist, gesehen zu werden. Ich entwickle das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Projektleiter der Ausstellung des Instituts für Arabistik und Islamwissenschaften und arbeite dabei mit realen Objekten aus der Sammlung sowie mit dem realen Ausstellungsraum. Da ich selbst nicht Arabisch spreche oder lese, ist mir meine Haltung als Gestalterin besonders wichtig: Ich gestalte als Außenstehende in Zusammenarbeit mit Personen aus dem Institut. Ich will vermitteln, nicht erklären oder vereinfachen. Ich wünsche mir, dass Besucher:innen die Ausstellung mit einem anderen Blick auf arabische Schrift verlassen, Neugier geweckt wird und die Kunst der arabischen Kalligrafie in Münster etwas präsenter wird.

Begleitet durch Prof. Claudia Grönebaum und Dipl.-Des. Elisabeth Schwarz

Isabelle Eisermann

zum Projekt
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