Anika Piehl

sie/ihr

Anika Piehl

BA

MD

Mein Arbeitsprozess besteht darin, so schnell wie möglich ins Machen zu kommen und danach zu reflektieren. Ich habe gemerkt, dass es mich eher ausbremst, wenn ich im Vorhinein zu viel zerdenke oder das Endprodukt idealisiere. Gerade in diesem Semester, bei meinem Bachelorprojekt, bin ich deshalb oft über meinen Schatten gesprungen und habe mich bewusst in ungewohnte Situationen begeben. Fotoshootings habe ich früh angesetzt, um meine Recherche- und Vorbereitungsphase bewusst zu begrenzen. Bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden. Gerade bei einem Projekt, das Emotionen zeigen und auslösen soll, ist es mir wichtig, neben Recherche und Vorbereitung auch die eigenen Gefühle und die persönliche Perspektive mit einzubringen. Über die Zeit habe ich gelernt, dass Projektphasen nicht zwangsläufig linear aufeinander folgen müssen. Sie dürfen sich überschneiden, parallel verlaufen, abgeschlossen und später wieder aufgegriffen werden oder auch in einer ungewöhnlichen Reihenfolge stattfinden. Am wichtigsten ist für mich, den Spaß an der Arbeit nicht zu verlieren, mich immer wieder mit anderen auszutauschen und dabei dennoch die eigenen Bedürfnisse sowie die eigene Meinung ernst zu nehmen.

Kein Bedingungen

Ein Fotobuch über die Bedeutung weiblicher Freundschaft

Für mein Projekt habe ich verschiedene Freundinnenpaare unterschiedlichen Alters interviewt, begleitet und fotografiert. Daraus ist eine facettenreiche Bildauswahl entstanden, die jede Freundinnenschaft auf ihre eigene Weise sichtbar macht und beleuchtet. Es soll eine fotografische Arbeit entstehen, die für Betrachter:innen spürbar macht, wie sich weibliche Freundschaft anfühlen kann. Inspiriert hat mich meine eigene Verbindung zu meinen Schulfreundinnen, die mich teilweise seit über zehn Jahren begleitet. Trotz unterschiedlicher Lebenswege und Orte ist der Kontakt nie abgebrochen. Jedes Wiedersehen zeigt mir, wie gut mir diese weibliche Energie tut, dieser Schutzraum, in dem man alles ansprechen kann und auf grenzenlose Solidarität trifft. Frauen machen Erfahrungen, die oft nur andere Frauen wirklich nachempfinden können. Genau darin liegt für mich etwas Essenzielles. Gleichzeitig werden Freundinnenschaften bis heute oft auf Klischees reduziert, sei es durch idealisierte BFF-Bilder oder durch Erzählungen von Konkurrenz und „Zickenkrieg“. Mein Projekt möchte diesen Stereotypen etwas entgegensetzen. Es zeigt, dass jede Freundinnenschaft einzigartig ist und so sein darf, wie sie eben ist, frei von Erwartungen die nicht nur an Frauen sondern auch an ihre Freundinnenschaften gestellt werden. Ich wünsche mir, dass Frauen sich in den Bildern wiederfinden und für sich selbst reflektieren, welche Bedeutung Freundschaft zu Frauen in ihrem Leben hat.

Begleitet durch Prof. Thekla Ehling und Jakob Fangmeier M.A.

Lea-Lucia Poganietz

zum Projekt
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