Antonia Tomic

sie/ihr

Antonia Tomic

BA

MD

Ich hatte am Anfang soo viele Ideen. Ich musste ordentlich reduzieren. Es war so, als würde ich eine Zwiebel schälen. Zum einen musste ich viel weinen, zum anderen ist das, was übrig geblieben ist, viel knackiger. Mein Kopf ist eine Ideenmaschine und generiert und generiert und generiert, schafft es aber nur sehr schwer zu sortieren oder auszusieben. Ich hasse Konzeptarbeit. Oh mein Gott, my brain is not made for this. Es war so ein großer Haufen. So viel Ungewissheit, so viel zu organisieren und zu tun. Das, was mir wirklich geholfen hat, war, den Blick auf meine Füße zu richten und einfach den nächsten kleinen Schritt zu gehen und darauf zu vertrauen, dass danach noch ein weiterer folgt. Es hat geholfen, Menschen um Hilfe zu bitten und mir selbst immer wieder gut zuzureden (thanks to therapy). Ich habe gemerkt, dass es ganz normal ist, so gefordert zu sein, wenn man gleichzeitig Drehbuchautorin, Regisseurin, Kamerafrau, Requisiteurin und Produzentin ist, und dass ich nicht auf allen Ebenen Perfektion erreichen muss oder kann. Zuerst war ich viel zu hart zu mir, aber dann habe ich quasi auf der Metaebene das durchlebt, worum es in meinem Film geht, haha. Selbstakzeptanz, man!!! Be gentle, patient and loving <3

Zwischen Wollen Und Sein

Poetischer Kurzfilm über die Entfremdung von sich selbst

Ich habe immer in den Spiegel geschaut und nie gemocht, was ich sehe. Denn das, was ich gesehen habe, entsprach nicht der Vorstellung in meinem Kopf – ich wollte unbedingt, dass dort etwas anderes ist. Etwas, das den Schönheitsidealen mehr entspricht? Einen Kopf, der nicht so verstreut ist und geradliniger denkt? Etwas, das sich akzeptabler anfühlt? Wenn man etwas mit etwas anderem vergleicht und diese beiden Welten nicht zueinander passen, passiert etwas: Das, was wirklich da ist, verschwindet. Aus Frieden wird ein feindseliger Kampf mit sich selbst, und das Schlachtfeld ist der Moment im Hier und Jetzt. Ich habe diesen Kampf auf vielen Ebenen mit mir ausgetragen – körperlich, geistig und emotional. Ich wollte anders aussehen, anders funktionieren und, vielleicht am tragischsten, mich anders fühlen. Jeder Mensch trägt auf seine eigene Weise genau diesen Kampf aus, Tag für Tag, meist ohne es zu merken. Mit diesem Film möchte ich mich diesem zentralen Aspekt des menschlichen Erlebens und vor allem des Erwachsenwerdens widmen. Warum rennen wir Dingen hinterher, denen wir nicht entsprechen? Warum vergleichen wir das, was ist, mit etwas anderem und bewerten es anschließend? Und was liegt wohl in unserer Tiefe verborgen, das wir durch unser Streben nach außen vielleicht die ganze Zeit übersehen?

Begleitet durch Prof. Henning Tietz und Seinab Danboos M.A.

Lilli Geyer

zum Projekt
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