Borna Julaie

er/ihm

Borna Julaie

BA

MD

Wird es politisch? wird es narrativ? Was bedeutet nichts tun? Wie sieht Dissoziation aus? was beschäftigt mich? bin ich traurig? wird der film traurig? wird es bedeutungslos sein? wie wird es sich abheben? Film oder digital? ich beobachte content präferenzen auf social media und beobachte einen shift was bedeutet mir der runclub wieviele likes habe ich auf hinge? ich bin wütent ich bin machtlos was kann ich tun? was bedeutet selbstwirksamkeit? warum muss ich produktiv sein? wie viel mehr muss ich leisten(?) - bis ich nicht mehr leisten kann? was wenn es pathetisch wird? wie fang ich das gefühl ein? es soll ja auch ansprechend werden würde ich mir das angucken - was braucht mein portfolio - bin ich ein heuchler?

Lowperformer

eine meditation über den zeitgeist des fortwährenden optimierungswahnsinns

Ständige Erreichbarkeit und der Drang, selbst die Freizeit zu optimieren. Mein stilisierter Kurzfilm fängt das Lebensgefühl junger Erwachsener ein, die darauf reagieren. Er macht den heutigen Zeitgeist und eine klare Haltung greifbar: Unproduktivität als Haltung. Die Szenerie ist ein einfaches Get-together. Die Anwesenden geben ihrer Erschöpfung bewusst Raum, kein Gedanke wird an die Verwertbarkeit des Moments verschwendet. Ich begleite einen jungen Mann aus der Gruppe, der sich mit den anderen fallen lässt und eine beobachtende Rolle einnimmt. Er schwankt fließend zwischen dem realen Raum und seiner eigenen Innenwelt hin und her – ein ständiges Wippen rein in die Dissoziation und wieder zurück. Immer wieder wird er dabei vom Smartphone abgelenkt, dem Symbol für den ständigen Ruf nach Verwertbarkeit. Um dieses Gefühl zu vermitteln, setze ich dem inhaltlichen Stillstand einen hohen Produktionsaufwand entgegen. Ich wollte mich deutlich von Hobby-Videos abheben und mich visuell einem filmischen Industrielevel annähern. Durch hochwertige Bilder, extreme Zeitlupen und analoge In-Camera-Effekte wird die Atmosphäre physisch spürbar. Getragen von den sphärischen Klängen des Künstlers ORBIT entsteht ein Sog aus melancholischen Coming-of-Age-Gefühlen und Entschleunigung. Mein Projekt hinterfragt den Wert von Unproduktivität – eine Einladung, einfach innezuhalten.

Begleitet durch Prof. Thekla Ehling und Prof. Claudia Grönebaum

Max Kaiser

zum Projekt
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