Carolin Eilers
sie/ihr
MA
Seitdem ich denken kann, fasziniert mich das Thema Kulinarik. Über die Jahre habe ich mir eine visuelle Speisekammer angelegt, die ich bis heute immer weiter befülle. Mein Arbeitsansatz hat oft etwas Spielerisches und Prozesshaftes. Dadurch fällt es mir manchmal schwer, konkret zu werden und Entscheidungen zu treffen. Trotzdem beginnt bei mir jeder Arbeitsprozess erst einmal mit dem Sammeln. Materialien. Screenshots. Beobachtungen. Fotos. Skizzen. Literatur. Orte. Gedanken. Zu mir hat auch mal eine Dozentin gesagt, dass die Hände mitdenken können. Daran versuche ich mich zu erinnern, wenn ich mal nicht weiterkomme, und mir zu erlauben, intuitiv zu sein. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Obwohl ich dieses Mal versucht habe, früh genug anzufangen, brauche ich offenbar den Zeitdruck, um wirklich ins Machen zu kommen. Ich habe mich immer gefragt, wann sich das wohl ändern wird. Mittlerweile glaube ich, dass ich diesen Nervenkitzel einfach brauche, um produktiv und kreativ zu sein. Ups and Downs sind für mich Teil des Prozesses. Zweifel an dem, was ich mache, gehören auf jeden Fall auch dazu. Ich glaube aber ehrlich gesagt, dass es dazugehört, diese Selbstzweifel auszuhalten und zu überwinden. Mir hilft es dann immer sehr, in den Austausch zu gehen und mit Menschen zu sprechen. Unterschiedliche Perspektiven können enorm helfen. Ansonsten ziehe ich viel Inspiration und Kraft aus der Natur und aus Bewegung.
Food Playground
Ein Erfahrungsraum für Kulinarik, Material und Begegnung
Im Rahmen meiner Masterarbeit beschäftige ich mich mit den Schnittstellen zwischen Kulinarik, Spiel und sozialer Interaktion. Mich interessiert, was passiert, wenn Lebensmittel nicht ausschließlich als Nahrung, sondern auch als Material für gemeinsames Handeln und Experimentieren verstanden werden. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die Frage, welche Formen von Austausch und Geselligkeit entstehen können, wenn Menschen über Lebensmittel miteinander ins Tun kommen. Dabei fasziniert mich, wie sich unsere Wahrnehmung von Essen verändert, wenn wir ihm über verschiedene Sinne begegnen. Das Projekt entwickelt sich als interaktiver Erfahrungsraum für Menschen jeden Alters. Inspiriert vom neugierigen und sinnlichen Zugang, mit dem Kinder ihre Umwelt entdecken, untersuche ich, wie Lebensmittel berührt, geformt und neu erfahren werden können. Im Mittelpunkt stehen keine fertigen Spiele, sondern Situationen, die gemeinsames Handeln, Ausprobieren und Austausch ermöglichen. Durch das Aufwachsen in der Bäckerei meiner Eltern wurde die Backstube zu meinem Spielplatz. Die dort gesammelten Erfahrungen prägen bis heute meine Haltung zu Essen, Handwerk und Gemeinschaft. Materialexperimente und Testformate begleiten den Entstehungsprozess. So bildet eine interaktive Ausstellung einen wichtigen Zwischenschritt, um erste spielerische Situationen gemeinsam mit Besucher:innen zu erproben. Ich möchte dazu einladen, gewohnte Perspektiven auf Essen zu hinterfragen und neue Zugänge zu entdecken.
- mail caro.eilers@gmx.de
- insta @baking_orac
Begleitet durch Prof. Claudia Grönebaum und Prof. Thekla Ehling