Enya Lachs

sie/ihr

Enya Lachs

BA

PD

Ich will etwas, das nicht so invasiv wirkt. Ich wollte etwas Organisches. Etwas sanftes. Kein Knirschen, keine Schrauben, kein Einschüchtern durch Form. Es soll fast schon skulptural und freundlich aussehen. Modellieren. Verwerfen. Nochmal. Zu breit. Zu hart. Nochmal. Organisch. Ruhig. Keine Kanten, kein Metall. Kurven und fließende Verläufe. Jede Anpassung hat Konsequenzen. Ich glaube der Moment, in dem mir klar wurde worum es wirklich geht, war nicht beim Modellieren – sondern bei den Gesprächen. Mit Gynäkolog:innen, mit Patient:innen, mit Menschen die einfach beschrieben haben wie sich eine Untersuchung anfühlt. Kalt. Klinisch. Unangenehm. Und irgendwie... muss das so nicht sein – und das hat mich nicht mehr losgelassen. Was ich mitgenommen habe: Medizinprodukte sind nicht neutral. Ihre Form kommuniziert. Die meisten zu sehr Gerät, zu wenig Körper. Und das ist Designverantwortung. Der Designprozess war eigentlich ein ständiges Vereinfachen. Weg mit den Mechanismen. Weg mit den Kanten. Was bleibt, wenn man alles weglässt was nicht sein muss?Eine Form, die sich dem Körper anpasst statt ihn zu fordern. Eine Form, die den Körper respektiert statt ihn zu übergehen. Eine Form, die behutsam ist. Eine Form, die mit dem Körper arbeitet – nicht gegen ihn. Aufrechte Sitzhaltung ! Zeit.Zeit.Zeit Geduldig, ruhig , liebevoll und sanft bleiben Es geht immer weiter

UVIA – Redesign des Spekulums

Form folgt Empfinden — Ein neuer Weg in der gynäkologischen Untersuchung

Das Spekulum gehört zu den meistgenutzten gynäkologischen Instrumenten – und gleichzeitig zu den Produkten, die viele Patientinnen mit Unbehagen oder Angst verbinden. Trotz wachsender Kritik hat sich die grundlegende Formensprache der Spekula über Jahrzehnte kaum verändert: kalt, klinisch, mechanisch. Im Mittelpunkt steht UVIA — ein Redesign, das Funktion und Komfort gleichermaßen berücksichtigt. Die Bedürfnisse der Patient:innen rücken stärker in den Fokus, während die Perspektive des medizinischen Fachpersonals gleichwertig mitgedacht wird. Durch Umfragen, Fachberatung und Produktanalyse entstand eine ruhigere, weniger einschüchternde Produktsprache. Weiche Formverläufe, ein reduzierter Mechanismus und ergonomische Gestaltung führen zu einer angenehmeren Untersuchungserfahrung. Das Ergebnis orientiert sich an der menschlichen Anatomie statt an industriellen Fertigungszwängen. Harte Kanten, kaltes Metall und Verbindungselemente weichen einer einteiligen, fließenden Geometrie, die eine behutsame und intuitive Handhabung unterstützt. UVIA verfolgt zudem einen nachhaltigen Ansatz: ein sterilisierbares, biokompatibles Monomaterial – körpernah in Temperatur und Haptik. Die Herstellung im SLS-3D-Druckverfahren erfüllt medizinische Anforderungen und ermöglicht eine ressourcenschonende Produktion. Größen und Varianten können flexibel an anatomische Anforderungen angepasst werden – ein Schritt hin zu einer personalisierten und patient:innenzentrierten Medizin.

Begleitet durch Prof. Jan Wertel und Dipl.-Des. Max Tönnemann

Ann-Kathrin Hader

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