Grégoire Delwaulle
er/ihm
BA
MD
Ich sehe mich nicht als Designer. Viel mehr überlege ich mir, welches Endprodukt ich erreichen möchte, und nutze dann Design als Mittel, um meine Vision zugänglich zu machen. Design ist prozessgebunden, es plant und stellt Fragen, während das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt. Aber ich denke dass ich dann scheine, wenn ich ins Machen komme. Ausprobieren, wegwerfen, von neu anfangen. Feedback einholen und weiter machen. Diese Schleife so lange verfolgen, bis nicht nur ich zufrieden bin, sondern das Projekt auch das eigene Ziel erreicht. Klar, eine Idee steht und fällt mit dem Konzept. Aber wenn ich die Augen schließe, denke ich nicht über die Idee nach, sondern über die technische Umsetzung. Deshalb bin ich jedes Mal dankbar, wenn ich ein Thema finde, welches ich nicht von Grund auf konzipieren muss. Meine Liebe gehört dem Detail. Saubere Linien, ob in Pixel-Art, Graphitzeichnungen oder 3D-Objekten erfüllen bei mir irgendein primitives Bedürfnis. Ich arbeite generell eher zu viel vor und schneide dann grob weg. Der Prozess macht mir ja Spaß, also hab ich zwar eine „Lieblingsausführung“, aber an der hänge ich nicht. Wenn ein anderer Ansatz mehr Sinn ergibt, dann nehme ich das hin. Ich habe relativ früh im Studium gemerkt, dass ich nur lernen kann, wenn ich mich selbst mit den Prozessen beschäftige. Ich habe die meisten Programme im Eigenstudium kennengelernt. Das Auslandssemester in Enschede hat mir gezeigt, dass mein Lernprozess aufgeht und ich mich mit Menschen vergleichen kann, dessen Bildungsweg sich auf einen kreativen Zweig beschränkt.
MOVIR
Virtual Reality-Projekt zur Sekundärprävention von Schlaganfallpatient:innen
In Zusammenarbeit mit der Uniklinik Münster (UKM) habe ich eine Virtual-Reality-Anwendung entwickelt, die von Schlaganfallpatient:innen in der Akutphase durchlaufen wird. Diese Anwendung soll zusätzlich zu dem ärztlichen Aufklärungsgespräch eingesetzt werden, um die Einprägsamkeit der Informationen zur Sekundärprävention zu erhöhen. Somit sollen die Patient:innen in der kritischen Phase, in der sie sich stationär in der Klinik befinden, zu mehr körperlicher Aktivität motiviert werden, um die Genesungschancen zu erhöhen. Während meines Erasmus-Semesters in den Niederlanden sammelte ich in der Game Engine Unity umfangreiche Erfahrungen mit narrativem und visuellem Storytelling. Virtual Reality bietet den höchsten Grad an Immersion, weswegen sie bereits in der medizinischen Ausbildung und Patient:innenaufklärung genutzt wird. Mein Bruder arbeitet als Pfleger auf einer Stroke Unit, meine Schwägerin ist Ärztin – der Schritt zur Uniklinik als Kooperationspartner lag also nahe. Mein Schwerpunkt lag auf der technischen und gestalterischen Umsetzung. Den wissenschaftlichen Rahmen des Projekts entwickelte die Doktorandin Annalena Paus, die meine VR-Anwendung als Grundlage für eine Studie am UKM nutzt. Ziel ist die Evaluierung der Akzeptanz und Wirksamkeit von VR-Anwendungen in dieser besonders vulnerablen Patientengruppe. Durch medientheoretisch fundierte Gestaltungsentscheidungen in Narration, Interaktion und Informationsvermittlung wünsche ich mir, dieses Ziel zu unterstützen.
- mail gregoiredelwaulle@gmail.com
- insta @greaws
- website greaws.de
- linkedin Grégoire Delwaulle
Begleitet durch Prof. Tina Glückselig und Prof. Dr. phil. Lars Christian Grabbe