Helena Grzembke
sie/ihr
BA
KD
– Es ist der 27. März, heute ist der große Tag. Zumindest fühlt er sich für mich groß an. Heute ist der erste Co-Design-Termin mit den Mädels im Jugendzentrum MaDonna. Ich bin total aufgeregt, denn ich habe keine Ahnung, wer die Mädchen sind und wie sie so drauf sind. Und wann ich das letzte Mal mit 14-Jährigen zu tun hatte… Puuh, keine Ahnung! Der erste Termin ist auf doppelte Weise aufregend: Natürlich, weil ich mir erhoffe, dadurch wichtige Erkenntnisse für den Workshop zu sammeln. Aber auch, weil es für mich ein persönlicher Test ist: Macht es mir wirklich Spaß, mit Jugendlichen zu arbeiten, oder denke ich das nur? – Ich freue mich so über alle Ergebnisse, die ich bis jetzt habe. Ideen werden langsam tatsächliche Entwürfe. Entwürfe werden ausgedruckt und verfeinert. Ich traue mich an neue Techniken und gehe aus meiner Komfortzone raus.
Alles Klasse oder was?
Klassismuskritischer Kreativ-Workshop für Jugendliche
Klassismus beschreibt die Diskriminierung entlang der sozialen Herkunft. Primär betroffen sind Menschen aus der Armutsklasse und der Arbeiter:innenklasse. Als Erstakademiker:in habe ich Klassismus schon lange gespürt, konnte dieses ungute Gefühl in mir aber lange nicht benennen. Das ist nicht ungewöhnlich: Als Unterdrückungsform ist Klassismus in Deutschland weiterhin relativ unbekannt. In meiner Bachelorarbeit setze ich deshalb bei einer jungen Zielgruppe an und habe einen Kreativ-Workshop für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren entwickelt. Der Workshop soll den Teilnehmer:innen Vokabeln und Wissen mitgeben, um Klassismus sowie intersektionale Verschränkungen benennen zu können. Um im Gestaltungsprozess auch die Perspektive von Jugendlichen einzubinden, ist der Workshop in einem Co-Design-Projekt mit dem Jugendzentrum MaDonna in Berlin-Neukölln entstanden. Über zwei Termine hinweg konnten wir einen Ablauf entwickeln, der sich diesem komplexen Thema spielerisch nähert. In meiner visuellen Gestaltung habe ich mich primär der didaktischen Typografie gewidmet und ein Workshop-Kit entwickelt, welches an alles erinnert, bloß nicht an Schule. Über ungewöhnliche Schriften und kleine Text-Häppchen soll der Leseeinstieg auch den Teilnehmer:innen gelingen, die wenig Berührungspunkte mit dem Lesen haben. Alles Klasse oder was? – Ein Workshop gegen die Scham. Für Austausch, Vernetzung und Bildungsgerechtigkeit.
- mail hgrzembke@web.de
- insta @helenagrzembke
- website helenagrzembke.de
- linkedin Helena Grzembke
Begleitet durch Prof. Claudia Grönebaum und Dipl.-Des. Elisabeth Schwarz