Isabelle Eisermann
sie/ihr
BA
PD
„Komfort“ klang am Anfang nach einem einfachen Thema. War es nicht. Je länger ich mich damit beschäftigt habe, desto größer wurde das Thema. --- Recherche. Immer neue Begriffe. Immer neue Perspektiven. Immer neue Fragen. --- Anfangs: Bett. Sofa. Modulares Möbel. Mitwachsendes System. Werkzeugloser Aufbau. Komfort im Wandel. --- Umfrage erstellt, um nicht von meiner subjektiven Wahrnehmung eingeengt zu werden. Eigentlich wollte ich Antworten. Bekommen habe ich neue Fragen. --- Warum verbinden so viele Menschen Komfort mit Ruhe? Warum tauchen Stress, Lärm und Überforderung immer wieder auf? Warum sprechen so viele von Rückzug? --- Gedanke: Vielleicht geht es gar nicht um Komfort. Vielleicht geht es um Diskomfort. --- Was fehlt Menschen eigentlich? Mehr Komfort? Oder weniger Belastung? --- Neue Richtung: Reizüberflutung. Entlastung. Geborgenheit. Persönlicher Rückzugsort. Komfort als Ressource. --- Die gleichen Begriffe tauchten immer wieder auf: Ruhe. Geborgenheit. Vertrautheit. Sicherheit. Entlastung. Wärme. Eine Decke. Eine Umarmung. Das Gefühl, eingehüllt zu sein. --- Komfort ist plötzlich kein Möbel mehr. Kein Raum. Sondern ein Zustand. Und wie gestaltet man einen Zustand? --- Dann wieder Zweifel. Hat das überhaupt noch etwas mit meiner Umfrage zu tun? --- Größtes Learning: Komfort bedeutet für Menschen weit mehr als Bequemlichkeit. Er entsteht irgendwo zwischen Körper, Emotion, Situation und Umgebung. --- Vielleicht ist Komfort am Ende einfach der Moment, in dem man kurz nichts leisten, nichts entscheiden und niemand sein muss. Und genau nach diesem Moment suche ich in meinem Projekt.
Calmo
Ein mobiler Komfortbegleiter für Ruhe, Geborgenheit und Entlastung.
Komfort wird häufig mit Luxus oder Bequemlichkeit verbunden. In meiner Bachelorarbeit verstehe ich ihn jedoch als etwas Grundlegenderes: als einen Zustand von Ruhe, Geborgenheit und Entlastung. In einer zunehmend reizintensiven und beschleunigten Welt wird dieser Zustand für viele Menschen zu einer Möglichkeit, kurz innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und wieder bei sich selbst anzukommen. Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, was Menschen tatsächlich als komfortabel empfinden. Eine von mir durchgeführte Umfrage zeigte, dass Komfort vor allem mit Ruhe, Sicherheit, Vertrautheit und Rückzug verbunden wird, während Stress, Lärm, soziale Überforderung und körperliches Unwohlsein als zentrale Auslöser von Diskomfort wahrgenommen werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse entstand Calmo – ein mobiler Komfortbegleiter, der die Qualitäten eines persönlichen Rückzugsortes in den Alltag überträgt. Das Produkt unterstützt Menschen dort, wo gewohnter Komfort fehlt: auf Reisen, im öffentlichen Raum, im Arbeitsalltag oder an temporären Aufenthaltsorten. Durch seine textile Materialität, weiche Haptik und flexible Nutzbarkeit schafft Calmo Momente der Entlastung und des Wohlbefindens. Calmo kann sich unterschiedlichen Situationen anpassen und eröffnet einen persönlichen Komfortbereich außerhalb vertrauter Umgebungen. So werden die Qualitäten eines Zuhauses auch dort erfahrbar, wo Menschen sie besonders brauchen.
Begleitet durch Prof. Steffen Schulz und Prof. Jan Wertel