Karina Fartovski
sie/ihr
BA
IL
Ich denke, dass mein Prozess größtenteils sehr chaotisch ist. Anfangs möchte ich alle Ideen und Inspirationen sammeln und merke dabei selbst, dass dieser Teil nie wirklich ein Ende findet. Ich finde jedes Mal neue Umsetzungsideen und kann mich da nie so direkt entscheiden, wie ich mein Projekt angehen möchte. Oft muss ich mich dann im Laufe dieser Phase zwingen, einfach loszulegen und nicht konstant nach neuer Inspiration zu suchen. Wenn ich dann mal im Arbeitsprozess bin, liegen überall quer Skizzen und Notizen rum, die ich jedes Mal neu sammeln kann. Ich habe da total das Gefühl, dass ich mir unnötig das Leben schwer mache und einfach mal etwas ordentlich arbeiten könnte. Wenn ich aber dann mit der Skizzenphase fertig bin, sieht alles schon ganz anders aus. Details ausarbeiten, cleanes Lineart, Farbe einfügen, in der Phase bin ich meistens konzentriert und vertiefte mich sehr gerne in den kleinsten Details, die der Betrachter vielleicht garnicht bemerkt. Aber das macht nichts. Sobald auch Farbe ins Spiel kommt, habe ich nicht wirklich ein Konzept. Ich render den Part, auf den ich gerade Lust habe und kann das alle fünf Minuten wieder ändern. Irgendwann wird die Illustration schon ein Ende finden, hat bis jetzt immer gut geklappt und ich hatte trotzdem meinen Spaß im Prozess!
Es sind die kleinen Dinge
Illustrierte Postkartenreihe über kleine, gewöhnliche Alltagssituationen, die einem (un)bewusst das Leben fröhlicher machen
Manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute vergessen, dass das Leben nicht am Wochenende oder im Urlaub stattfindet, sondern größtenteils in der Woche. Vor allem zur heutigen Zeit ist es nicht ungewöhnlich, dass man als junge erwachsene Person immer frustrierter wird. Aber ich finde es trotzdem schade zuzuschauen, dass man fünf Tage die Woche unglücklich verbringt, obwohl genau dieser Alltag das Leben ausmacht. Man soll nicht nur fürs Wochenende leben. Deshalb wollte ich eine Postkartenreihe erstellen, zum selber behalten oder verschenken, um Menschen daran zu erinnern, dass Glücksmomente jeden Tag zu entdecken sind - man muss sie nur aktiver wahrnehmen. Sei es seinen Lieblingssong zu hören, Essen zu genießen oder einfach mal frisch geduscht ins frisch bezogene Bett zu steigen - das alles sind Momente im Alltag, die einen oftmals fröhlich machen, man nimmt es nur nicht bewusst wahr. Ich hoffe deshalb sehr, dass die illustrierten Postkarten Betrachter:innen dazu ermutigen, sich etwas Zeit im Alltag zu nehmen, um die kleinen Dinge im Leben bewusster wahrzunehmen. Das Leben bringt nämlich jeden Tag etwas Positives mit sich, nicht nur am Wochenende.
- mail k.fartovski@web.de
- insta @_kumachu_
Begleitet durch Prof. Cornelia Haas und Prof. Daniela Kirchlechner