Lara Velten
sie/ihr
BA
MD
Meine Arbeit ist kein Endprodukt, sondern eher ein Prozess. Es entstanden Hypothesen, die im Verlauf des Projekts immer wieder überprüft, hinterfragt und weiterentwickelt wurden. Game UI/UX Design? Klingt erstmal cool, aber wie geht das überhaupt? Nur drei Wochen für das erste Konzept, also musste ich ins Handeln kommen, auch wenn man die Dinge am liebsten zerdenken und im Detail ausarbeiten würde. Dieser Bereich zwischen Denken und Machen, zwischen Anspruch und Realität, hat das Projekt für mich stark geprägt. Kompromisse. Kompromisse. Kompromisse. Besonders interessant wird es in Situationen, in denen unterschiedliche Anforderungen und Perspektiven aufeinanderprallen. Was tun, wenn spontan neue Ideen entstehen, während gleichzeitig begrenzte Ressourcen, Kundenanforderungen, Studienverpflichtungen und enge Deadlines berücksichtigt werden müssen? Mit „Ich will das aber so machen!“ komme ich hier nicht weit. Ich muss Prioritäten setzen. Konzepte im Zusammenspiel mit realen Projektbedingungen müssen sich weiterentwickeln und anpassen dürfen. Das Ziel ist es, innerhalb der Rahmenbedingungen die bestmögliche Lösung zu finden. Für mich war der gesamte Verlauf damit nicht nur ein kreativer Gestaltungsprozess, sondern vor allem ein kreativer Lösungsprozess, der von Weiterentwicklung geprägt war.
FlexSim Party – Gamification in Schulungen bei Mercedes-Benz
Entwicklungsprozess eines Game-UI/UX-Designs für eine Mitarbeiterschulung an einem Multitouch-Tisch
Der Digital Factory Campus von Mercedes-Benz ist ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung in Berlin-Marienfelde und fokussiert sich auf Innovation sowie modernste Technologien, nicht nur bei der Entwicklung neuer Produktionen, sondern auch bei der zukunftsorientierten Qualifizierung der Mitarbeiter:innen. Im Team „Digitale Qualifizierungen & Medienzentrum“ konnte ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit lernen, wie Mitarbeiter:innen durch innovative Lernformate auf die digitale Transformation vorbereitet werden. Dabei entwickelte ich ein UI-/UX-Designkonzept für ein neues Schulungsspiel, das die Brücke zwischen modernen Party-Games und der Vermittlung von industriellem Wissen sein soll. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine spezielle Schulungsform, bei der Mitarbeiter:innen an einem Multitouch-Tisch namens „FlexSim“ geschult werden. Dieser kann bis zu 60 Signale gleichzeitig verarbeiten und ermöglicht kollaboratives Arbeiten mehrerer Nutzer:innen in Echtzeit. Daraus ergab sich die Herausforderung, eine Oberfläche zu gestalten, die von mehreren Nutzer:innen gleichzeitig und aus unterschiedlichen Richtungen intuitiv bedient werden kann. Aufgrund enger Zeitvorgaben basierte das erste Design zunächst auf meinen konzeptionellen Annahmen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit wurde dieser Entwurf durch nutzerzentrierte Tests validiert. Die gewonnenen Einblicke in das tatsächliche Nutzungsverhalten ermöglichten eine fundierte Analyse sowie die Ableitung konkreter Optimierungsempfehlungen.
- mail lara.velten@gmx.de
Begleitet durch Prof. Tina Glückselig und Philipp Bozdere M.A.