Noah Oetelshofen
er/ihm
BA
IL
Okay…meinen Prozess beschreiben. Fühlt sich an wie die Antwort auf die Frage zu suchen, wie du dich in dieser Nacht vor 2 Monaten um 5 Uhr morgens auf dem Nachhauseweg über deinen Fahrradlenker katapultiert hast. Oder welche Farbe du siehst, wenn du die Augen schließt. Antwort: Ich tappe im Dunkeln. Zumindest tat ich das für sehr lange Zeit in meinem Bachelorsemester. Zwar hatte ich von Beginn an eine recht konkrete gestalterische Idee für meinen Film und auch schon verschiedene Ideen wie ich dort hinkommen könnte, jedoch stellte sich nach etwa einem Monat heraus, dass keiner dieser Wege mich an das Ziel führen würde. Geführt haben sie mich eher zu Resultaten die ich nach zweiminütiger Betrachtung leicht angewidert und kopfschüttelnd zur Seite gelegt habe. Neu anfangen. Ganz neu. Zwei Schritte vor, denkend du wärst da an was dran um dann schleunigst und vor Wut tobend vier Schritte zurückzugehen und den Reset-Knopf zu drücken. „Das ist okay“ „Das ist Teil des Prozesses“ „Jetzt weißt du zumindest schonmal, wie es nicht aussehen soll“. Alles schön und gut. Aber nach zwei Monaten und einem ganzen Kurzfilm vor der Nase, der noch animiert werden wollte, wäre ich dann doch gerne etwas weiter gewesen als Direktor der selbstproduzierten Müllansammlung zu spielen. Das nach links, das nach rechts. Am Ende hatte ich recht. Es ist Teil des Prozesses. Es gehört dazu. Stilfindung ist nicht immer Spaß. Und Animation noch weniger. Wichtig ist es dranzubleiben. Und das sagt Vergangenheits-Noah, der sehr wohl weiß, dass ihm dieser ganze Teil der Arbeit noch bevorsteht. Na ja, wird schon. Oder wurde schon. Oder irgendwie beides. Alles gerade irgendwie dazwischen.
Der Vogel der van Eichs
Ein animierter Kurzfilm als melancholischer Kommentar zu Liebe, Pflichten und Gewohnheiten im hohen Alter, dem damit einhergehenden Verfall und dem Umgang mit der Erkenntnis, dass unsere Zeit begrenzt ist.
„Der Vogel der van Eichs“ ist ein animierter Kurzfilm in Schwarz-Weiß über die Beziehung eines alten Ehepaares im suburbanen Texas der 1960er Jahre. Ausgelöst durch eine scheinbare Banalität geraten die beiden in einen Konflikt über Gewohnheiten, Pflichten und den Sinn des Lebens, das sie über Jahrzehnte hinweg gemeinsam aufgebaut haben. Der Dialog eröffnet einen vielschichtigen Einblick in ihre Beziehung. Das unerwartet mürrische Verhalten des Ehemanns veranlasst die Ehefrau, den Ursachen seines scheinbaren Sinneswandels auf den Grund zu gehen. Nach und nach zeichnet sich das Bild einer konservativ christlichen und traditionellen Ehe ab, die durch die Veränderung des Mannes unerwartet auf die Probe gestellt wird. Das Haus und die umgebende Landschaft fungieren dabei als Metapher und subtextueller Kommentar zu dem Konflikt, der sich im Inneren entfaltet. Die Leere der Hügellandschaft. Die gedrängten, beinahe klaustrophobischen Bildkompositionen im Inneren des Hauses. Die im Wind wehenden Gardinen. Der verlassene Vogelkäfig mit der geöffneten Tür. Der tote Baum vor dem Haus. Schwärme von Krähen, die Saat aus dem Boden picken. Wolkenschatten, die über die weite Landschaft ziehen. Die Bildwelt des Films ist von starken Metaphern geprägt und etabliert die Umgebung der Figuren als eigenständige erzählerische Instanz. Sie spiegelt die inneren Konflikte der Charaktere wider und verleiht dem Film eine zusätzliche emotionale und symbolische Ebene.
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Begleitet durch Prof. Felix Scheinberger und Prof. Henning Tietz