Rena Nishioka

sie/ihr

Rena Nishioka

BA

IL

Manchmal vergesse ich, dass es mein letzter Sommer in Münster ist, nach fünf Jahren. Manchmal vergesse ich, dass ich gerade meinen Abschluss mache und das Studium bald wirklich vorbei ist. Ich habe es geschafft? Irgendwie kann ich das selber nicht ganz glauben. Ich versuche nicht dran zu denken. Wenn mich jemand fragt, wie mein Projekt gerade läuft, sage ich meistens sowas wie: „Ganz ok.“ oder „Frag mich lieber nicht.“ Ich kann nicht zeichnen. Ich fühle mich so unkreativ. Warum und für wen zeichne ich überhaupt? Ich brauche mehr Zeit. Diese Gedanken blockieren mich so oft und ich habe das Gefühl, dass meine Bilder nicht gut genug sind. Ich müsste eigentlich jeden Tag von morgens bis abends am Projekt arbeiten, aber dann hätte ich wahrscheinlich keinen Spaß mehr daran. Und eigentlich soll es doch Spaß machen, oder? Ich erinnere mich an eine Situation, da habe ich in meiner Collage-Kiste Papierreste und andere Materialien gefunden und für eine Illustration einfach alles benutzt, was ich finden konnte. Für den Waldboden habe ich die Textur einer Gemüseverpackung benutzt und für die Blätter der Bäume Locherkonfetti. Für diesen einen Moment konnte ich alle negativen Gedanken vergessen und hatte Spaß beim kreativ sein. Ich will experimentieren und mit Absicht chaotisch arbeiten. Dieser Überraschungseffekt ist eigentlich das, was ich am kreativen Prozess mag.

Ich bin gleich wieder da

Ein illustratives Leporello mit Essays über das Leben in den Zwanzigern

Wohin gehen unsere Gedanken, wenn wir spazieren gehen? Während wir immer wieder denselben Weg entlang laufen, scheinen unsere Gedanken oft ihre eigene Route zu nehmen. Dinge, die im Alltag untergehen, rücken plötzlich in den Mittelpunkt, Erinnerungen tauchen auf und Beobachtungen formen sich zu Geschichten. Ausgehend von diesen Gedankengängen entwickelte ich ein illustratives Leporello mit Essays über das Leben in den Zwanzigern. Das Leporello visualisiert dabei sowohl das Gehen einer Spazierroute durch Münster als auch das Vergehen der Zeit. Zwischen den fortlaufenden Landschaften finden sich Essays, die Einblicke in innere Gedankenwelten geben. Themen wie Orientierungssuche, Identität, Veränderung und Zugehörigkeit werden durch alltägliche Beobachtungen und persönliche Erinnerungen erzählt. Die Zwanziger sind eine Lebensphase voller individueller Reifungsprozesse. Gleichzeitig teilen viele junge Erwachsene ähnliche Zweifel und Fragen. Das Spazierengehen wird dabei zu einer alltäglichen Methode, um Ruhe zu finden und Erlebtes zu reflektieren. Zugleich versteht sich das Projekt als Auseinandersetzung mit dem kreativen Prozess selbst. Inspiration entsteht oft in unscheinbaren Momenten des Alltags und entwickelt sich durch Suchen, Beobachten und Ausprobieren. Wie ein Spaziergang kehrt auch das Leporello am Ende wieder zum Ausgangspunkt zurück und hinterlässt das Gefühl, für einen kurzen Moment woanders gewesen zu sein.

Begleitet durch Prof. Cornelia Haas und Pei-Yu Chang M.A.

Lisa Werner

zum Projekt
Diese Webseite verwendet Cookies für eine bessere Nutzererfahrung

Diese schließen notwendige Cookies für die reibungslose Funktion der Seite als auch andere, z. B. zur Erhebung anonymer Statistiken, Komfortfunktionen oder personalisierte Inhalte ein. Du kannst selbst entscheiden welche Kategorien du erlaubst. Berücksichtige, dass basierend auf deiner Auswahl bestimmte Funktionen der Webseite nicht verfügbar sein könnten.

Diese Webseite verwendet Cookies für eine bessere Nutzererfahrung

Diese schließen notwendige Cookies für die reibungslose Funktion der Seite als auch andere, z. B. zur Erhebung anonymer Statistiken, Komfortfunktionen oder personalisierte Inhalte ein. Du kannst selbst entscheiden welche Kategorien du erlaubst. Berücksichtige, dass basierend auf deiner Auswahl bestimmte Funktionen der Webseite nicht verfügbar sein könnten.

Cookie-Einstellungen wurden gespeichert