Sarah Teufer
sie/ihr
BA
IL
Design und Illustration sind für mich wirkungsvolle Mittel, um gesellschaftliche, politische und ökologische Themen auf kreative und ansprechende Weise zu vermitteln und so einen echten Mehrwert zu schaffen. Genau dem wollte ich daher mit meinem Bachelorprojekt nachgehen. Die Klimakrise beschäftigt mich irgendwie schon immer. Mit dem Aufkommen der “Fridays for Future”-Bewegung in Deutschland 2019 und dem parallelen Geographie-Unterricht der Oberstufe hat sich mein Interesse noch einmal verstärkt, mein Verständnis für globale Zusammenhänge vertieft und damit auch mein Anliegen, etwas gegen die Klimakrise unternehmen zu wollen. Seit dem damaligen Zeitpunkt ist die mediale und politische Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zurückgegangen. Mit meinem Projekt möchte ich dazu beitragen, dies zu ändern. Dafür möchte ich vor allem dorthin schauen, wo die Klimakrise bereits heute Folgen zeigt und mit den dort lebenden Menschen ins Gespräch kommen. Denn obwohl ihre Perspektiven am relevantesten sind, finden sie im Klimadiskurs häufig keinen oder zu wenig Platz. Das Erzählen von persönlichen Geschichten birgt zudem das Potenzial komplexe Themen, wie die Klimakrise, zugänglich zu machen. Außerdem war es mir wichtig, das Thema konstruktiv anzugehen. Aus meinem eigenen Aktivismus bei Greenpeace Münster weiß ich, wie bestärkend es ist, ins Handeln zu kommen und der Klimakrise aktiv entgegenzutreten. Selbst wenn es nur scheinbar kleine Beiträge von Einzelnen sind, können sie zusammen viel bewegen. Mein Projekt soll daher die Folgen der Klimakrise realistisch darstellen, aber nicht dort aufhören, sondern auch Lösungen und Wege aufzeigen, damit umzugehen. Um beide Seiten vermitteln zu können, habe ich gezielt nach Klimaaktivist:innen aus betroffenen Regionen gesucht. Früh im Prozess habe ich Personen aus der ganzen Welt kontaktiert und bin froh und dankbar, mit Frida und Yero zwei Aktivist:innen gefunden zu haben, die in dem Zeitraum für ein Interview zur Verfügung standen und ihre Erfahrungen und Perspektiven durch mich illustrieren ließen. Die Zusammenarbeit mit ihnen war der Grundstein meines Projekts. Es war für mich selbst sehr interessant und bewegend, die Interviews mit ihnen zu führen und es fühlt sich wertvoll an, ihre Geschichten und Perspektiven in Bilder zu übersetzen. Während meines Studiums habe ich Kurse aus den Bereichen Illustration, Mediendesign und Kommunikationsdesign belegt. Mein Bachelorprojekt ist infolgedessen, trotz des Schwerpunkts auf Illustration, gewissermaßen eine Fusion aus den drei Bereichen. Mein Prozess besteht aus Schreiben, Illustrieren, Layouten und dem Erstellen der Website – teils Schritt für Schritt hintereinander, teils parallel und ineinandergreifend. Die verschiedenen Aufgabenbereiche in Balance zu halten und allem gerecht zu werden ist dabei zeitweise herausfordernd, schafft aber auch Abwechslung. Als sehr erfüllend empfinde ich es, an einem vollkommen selbst gewählten Thema und Konzept arbeiten zu können. Insgesamt steckt viel Arbeit, Zeit und Herzblut in meinem Projekt und ich bin froh, wenn ich damit Menschen erreichen kann.
TIPPING POINTS
Eine illustrierte Plattform zur Klimakrise mit Erzählungen von Aktivist:innen aus stark betroffenen Regionen
Uns alle betrifft die Klimakrise. Doch während sie für die einen im Alltag noch keine große Rolle spielt und im öffentlichen Diskurs derzeit in den Hintergrund rückt, ist sie für andere längst spürbare Lebensrealität. TIPPING POINTS wirft einen Blick auf stark von der Klimakrise betroffene Regionen und gibt Raum für die Perspektiven dort lebender Personen, die sich aktiv für eine nachhaltigere und gerechtere Welt einsetzen. In illustrierten Interviews erzählen die Klimaaktivist:innen Frida aus dem rheinischen Braunkohlerevier und Yero aus dem Senegal über die Auswirkungen der Klimakrise und Rohstoffausbeutungen auf ihre Regionen, sprechen über Klimagerechtigkeit und zeigen Lösungen und Handlungsoptionen auf. Ziel meines Projekts ist es, durch persönliche Geschichten die Klimakrise greifbar zu machen, Sichtbarkeit für Probleme, betroffene Personengruppen und Lösungen zu schaffen und zum gemeinsamen Handeln anzuregen. Die langfristige Vision ist es, die Plattform um weitere Beiträge mit Personen aus der ganzen Welt zu ergänzen, um eine große Bandbreite an Perspektiven aufzuzeigen und internationalen Zusammenhalt zu stärken. Das Projekt ist zu finden unter tipping-points.earth und zukünftig auch geplant auf Instagram unter @tipping__points. „Jede:r Aktivist:in hat eine Geschichte zu erzählen; jede Geschichte birgt eine Lösung; und jede Lösung hat das Potenzial, ein Leben zu verändern.“ – Vanessa Nakate, ugandische Klimaaktivistin
- mail sarah.teufer@outlook.de
- insta @sarahs_illus
Begleitet durch Vertr.-Prof. Annika Siems und Linda Rammes M.A.