Sophia Bunz

sie/ihr

Sophia Bunz

BA

KD

Zu Beginn der Arbeit war es wichtig, die Klinikflure genau zu betrachten. Erschreckend, wie kahl, kalt und endlos diese langen Flure wirken. Auf welcher Etage befinde ich mich überhaupt? Hier sieht alles gleich aus! Manchen Patient:innen sieht man genau an, dass sie nicht wissen, wohin sie müssen. Weiße Wände und Türen, soweit das Auge reicht. Es war für mich wichtig, schon zu Beginn meiner Arbeit zu verstehen, wie ältere Menschen ihre Umgebung wahrnehmen, welche Faktoren einen Raum und seine Wirkung auf uns beeinflussen und wie wichtig es für uns Menschen ist, sich an einem Ort orientieren zu können. Schon lange ist bekannt, dass unsere Umgebung und die Art, wie wir uns darin zurechtfinden, einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Müsste es also seither nicht oberste Priorität haben, Räume danach zu gestalten? Die Gestaltung richtet sich primär, aber nicht ausschließlich, nach den Bedürfnissen der Patient:innen. Die meiste Zeit verbringen die Mitarbeiter:innen in der Klinik. Ein Flur ist viel mehr als nur ein Raum, der dazu dient, von A nach B zu kommen. Er ist Aufenthaltsraum, Arbeitsraum, Raum zur Orientierung im Gebäude, Raum für soziale Begegnungen und Raum für Bewegung.

Orientierung und Wohlbefinden im Klinikflur

Ein Gestaltungskonzept für die Rehabilitationsklinik Maria Frieden in Telgte

Die Gestaltung unserer Umgebung beeinflusst, wie wir Menschen uns fühlen und handeln. Eine besondere Rolle spielt das an Orten, an denen wir uns für einen längeren Zeitraum aufhalten, um uns von einer Krankheit oder einem operativen Eingriff zu regenerieren. Die Rehabilitationsklinik für Geriatrie und Neurologie Maria Frieden in Telgte ist einer dieser Orte. Der Aufenthalt der älteren Patient:innen ist häufig von körperlichen und oftmals zusätzlichen kognitiven Einschränkungen geprägt. Gerade deshalb ist eine Umgebung, die Orientierung bietet und Sicherheit vermittelt, von großer Bedeutung. Während die Flure einer Klinik zu den meistgenutzten Räumlichkeiten gehören und somit keinen zu vernachlässigenden Einfluss auf alle Nutzer:innen haben, werden die Flure der Maria-Frieden-Klinik von Mitarbeiter:innen als kalt, monoton, unatmosphärisch und unzureichend ausgeschildert beschrieben. Daher beschäftigte ich mich mit der Frage, wie die Gestaltung von Flurräumen die Orientierung, Sicherheit und das Wohlbefinden von Patient:innen, Mitarbeiter:innen und Besucher:innen positiv beeinflussen kann. Ein zentraler Aspekt war dabei die Veränderung der Sinneswahrnehmung im Alter. Mein Entwurf zeigt Möglichkeiten auf, wie bereits kleine gestalterische Veränderungen die Umgebung beeinflussen und positiv dazu beitragen können, wie sich Menschen in der Klinik fühlen und handeln.

Begleitet durch Prof. Claudia Grönebaum und Prof. Daniel Braun

Borna Julaie

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